PERSÖNLICHE INTENTIONEN

Wenn wir davon ausgehen, dass Musik im Wesentlichen eine nonverbale Kommunikationsebene ist, die bei der evolutionären Entwicklung des Menschen von Anfang an eine Rolle spielt, so könnte man sagen, dass Musizieren ein für den Menschen archetypisches Verhalten ist. Im Sommer 2008 fanden Archäologen in einer Höhle auf der Schwäbischen Alb das bislang älteste Musikinstrument der Welt. Durch die Radiokarbonmethode wurde das Alter der 21,8 Zentimeter langen Knochenflöte auf 35000 bis 40000 Jahre geschätzt. Es wird vermutet, dass sich die nonverbale Kommunikationsebene Musik parallel zum gesprochenen Wort oder bereits zuvor entwickelte. So könnte man Musik als eine Art Urmuttersprache der Menschheit bezeichnen.  Also ist Musik eine Sprache, mit der man hervorragend kommunizieren, oder auch nur „Nonsens“ reden kann. So wird deutlich, dass es sich beim musikalischen Lernprozess nicht nur um einen Zuwachs an technischen Fertigkeiten oder musiktheoretischen Einsichten handeln kann, sondern letztlich geht es um ein stetiges Reifen sozialer kommunikativer Kompetenz. So trägt auch der Musiklehrer/die Musiklehrerin eine besondere ganzheitliche Verantwortung. Seine/ihre Hauptaufgabe kann also nicht die Vermittlung von finiten Wahrheiten sein, sondern das in Gang bringen eines lebenslangen, selbst laufenden Lernprozesses. Also das „Lehren“ des „Lernens“ des „selbständigen Lernens“, um den Schüler/die Schülerin mündig zu machen, die Sprache der Musik mit Tiefgang in Freiheit zu sprechen. Die soziale Struktur des Unterrichts ergibt sich eigentlich schon aus dem Wesen der Musik. Ziel ist doch, soziale Kompetenz im Umgang mit einer Sprache zu gewinnen. Also hat gegenseitiger Respekt und gegenseitige Empathie oberste Priorität, egal wie groß der Alters-, Bildungs- oder fachliche Unterschied sein mag. Vorwürfe, moralische Erpressungen, Beschimpfungen, Psychoterror jeglicher Art sind Tabu. „No Dark Sarcasm In The Classroom“.

Bild des Pop Musiklehrers:

Bedenkt man, dass Popmusik stilistisch äußerst breitgefächert ist, also im weitesten Sinn als amerikanische und englische Volksmusik der letzten hundert Jahre betrachtet werden kann, außerdem viele Ehen mit anderen ethnischen Volksmusiken, dem Jazz und der Klassischen Musik eingeht, so haben wir es im Idealfall mit einem/einer äußerst kompetenten „allround“ Musiklehrer/in zu tun. Das heißt, er/sie sollte alle genannten Stilistiken, vom elementaren Blues über Rock bis zum Hiphop, sowie alle Randgebiete wie Klassik, Jazz usw. adäquat abdecken können. Außerdem stellt auch die Komplexität des Improvisationsunterrichts eine immense Herausforderung dar. Die spieltechnische Umsetzung im Klavierunterricht gestaltet sich auf der Grundlage klassischer ökonomischer Klaviertechnik mit der Klavier/Flügel, aber auch hochwertige moderne gewichtete Keyboards/Stagepianos mit gut strukturierter Anschlagsdynamik bespielt werden können. Ideale ökonomische Bewegungsabläufe sind weitestgehend standardisiert. Übemethoden zur sicheren Verankerung in der Großhirnrinde sind neurologisch und psychologisch erforscht.

 

Emanuel Anton Jakob Wiedenmann